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Polizeiposten Telfs: Initiative gegen Personalnot

18.05.2017 18:00

Bei einem gemeinsamen Besuch in der Polizeistation Telfs erneuerten Bürgermeister Christian Härting und Nationalrat Hermann Gahr (ÖVP) die Forderung nach personeller Aufstockung des Teams.

„Es hat bereits Gespräche mit dem Landeshauptmann und dem Bundesministerium gegeben. Das Telfer Personalproblem ist bekannt und muss gelöst werden“, fasst Gahr zusammen. Hans Ortner, Chef der Polizeistation, schildert die aktuelle Situation: „Wir sollten laut Dienstpostenplan eigentlich 30 Polizisten haben. Eine Belastungsstatistik der Landespolizeidirektion fordert zumindest 37 Polizisten. In der aktuellen Situation sind unsere 25 Polizisten überlastet und müssen im Schnitt 60 Überstunden pro Monat leisten, um überhaupt den Dienst aufrechterhalten zu können.“

Der Marktgemeinde Telfs ist dieses Missverhältnis schon länger bekannt. „Wir haben uns auf vielen Ebenen bemüht. Immerhin ist Telfs die drittgrößte Gemeinde Tirols. Die Anzahl der Delikte ist durchaus mit den Verhältnissen in einer größeren Stadt vergleichbar. Bisher hat aber nichts gefruchtet. Dabei steigen die Anforderungen für unsere Region“, argumentiert Bgm. Härting.

Ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit: Eine nicht genehmigte Veranstaltung in Telfs musste aufgelöst werden. Zwei Streifenpolizisten standen einem Mob mit 200 wütenden Partygästen gegenüber. „Solche Situationen häufen sich. Wir haben rund 1.000 bis 1.200 Gerichtsdelikte pro Jahr. Unter anderem sind wir in unserer Region mit 40 Wegweisungen wegen häuslicher Gewalt im Vorjahr konfrontiert gewesen. Im Bezirk Landeck waren es weniger als 20“, erklärt Personalvertreter Pohl. Der Telfer Sicherheitsgemeinderat Oliver Wille führt noch einen weiteren Punkt ins Treffen: „Die ständige Arbeitsbelastung lässt die Leute ausbrennen. Das spüren auch die Familien und die Motivation leidet.“

NR Hermann Gahr hat sich die Situation vor Ort angehört und kann das Telfer Anliegen auf ganzer Linie nachvollziehen: „So kann es nicht weitergehen. Auf der einen Seite steht das Justizsystem vor neuen Anforderungen. Aber auf der anderen Seite hat sich auch das öffentliche Sicherheitsempfinden gewandelt. Darauf müssen wir reagieren. Die Forderung des Polizeiposten Telfs ist realistisch und nachvollziehbar.“

Telfs reagiert. Eine Petition in dieser Sache soll an NR Gahr übergeben werden. „Wir wollen den Druck erhöhen“, sagt Bgm. Härting.

Unser Bild zeigt v.l. GR Oliver Wille, Polizeistation-Chef Hans Ortner, NR Hermann Gahr und Bgm. Christian Härting vor der Station Telfs.