Heimat verschiedener Kulturen

Die Telfer Bevölkerung war durch die Geschichte immer schon sehr vielfältig. Aufgrund der zentralen Lage des Ortes und seiner Rolle als Verkehrsknotenpunkt prägen Zu- und Abwanderung seit  jeher das Leben in Telfs.

Die Diversität der Bevölkerung hat sich im 19. und 20. Jahrhundert durch zugezogene Textil-ArbeiterInnen stark erhöht, ab Mitte des 20. Jahrhundert verstärkten die Individualisierung und Ausdifferenzierung der Gesellschaft, aber auch die Zuwanderung von Menschen, die zunächst als „GastarbeiterInnen“ kamen, diesen Prozess weiter. Heute leben in Telfs über 15.000 Menschen, Menschen aus 74 Nationen, Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Lebenswelten – und einer gemeinsamen Gegenwart und Zukunft.

Bei manchen liegt die Migrationsgeschichte weit in der Vergangenheit zurück, bei anderen ist „Migration“ mit ihren Folgen immer noch ein aktuelles Thema. Telfs ist geprägt durch die Diversität der Bedürfnisse und Lebenswelten. „Identitäten“ und „kulturelle Prägungen“ sind allerdings keine unbeweglichen Gebilde. Ganz im Gegenteil: Identitäten in Telfs – wie in jeder dynamischen Gesellschaft – verändern, vermischen und bewegen sich. Identitäten schließen sich nicht aus, sondern beziehen einander ein. So entstehen UND-Identitäten. TelferIn zu sein und zur eigenen Migrationsgeschichte zu stehen, ist kein Widerspruch. Viele Menschen vereinbaren ihre Migrationsgeschichte mit einem starken Gefühl zu Telfs als Heimat.