Nachnutzung der ehemaligen Raiffeisen-Räumlichkeiten im Herzen von Telfs
Die Marktgemeinde Telfs lädt Interessierte, InvestorInnen, BetreiberInnen und UnternehmerInnen zur Teilnahme an einem strukturierten Auswahl- und Entwicklungsverfahren für die Nachnutzung der ehemaligen Raiffeisen-Räumlichkeiten im Zentrum von Telfs ein. Ziel ist die Entwicklung eines zukunftsweisenden, standortgerechten Nutzungskonzeptes, das zur weiteren Belebung und Stärkung des Ortskerns beiträgt.
Ausgangssituation und Standort
Mit dem Umzug der Raiffeisenbank Tirol Mitte West in das neue Markthaus Telfs im Sommer 2026 übernimmt die Marktgemeinde Telfs die bisherigen Raiffeisen-Bankräumlichkeiten im Ortszentrum. Das Objekt befindet sich in bester Lage innerhalb der Fußgängerzone und stellt einen der markantesten und architektonisch prägendsten Standorte im Ortszentrum dar.
Die Liegenschaft umfasst Räumlichkeiten im Untergeschoss, Erdgeschoss und ersten Obergeschoss mit einer Gesamtnutzfläche von rund 1.678 m². Die Flächen sind Teil der Wohnungseigentumsgemeinschaft „EGOT“ mit rund 70 Miteigentümerinnen und Miteigentümern. Unmittelbar angrenzend befinden sich das Rathaus der Marktgemeinde Telfs, der Eduard-Wallnöfer-Platz, der RathausSaal, die zentrale FußgängerZone, das Bezirksgericht sowie zahlreiche Gastronomie-, Handels- und Dienstleistungsbetriebe.
Direkt unter dem Gebäude steht die Zentrums-Tiefgarage zur Verfügung, weiters zwei große öffentliche Tiefgaragen in fußläufiger Entfernung. Außerdem verfügt das Zentrum über mehrere Kurzparkzonen in nächster Nähe, sogar mit gratis Parkstunde.
Im Ortskern samt Wallnöfer-Platz und Rathaussaal finden jährlich mehr als 300 Veranstaltungen statt.
Das ehemalige Bankgebäude besitzt aufgrund seiner Lage, seiner Sichtbarkeit und seiner architektonischen Eigenständigkeit eine besondere Bedeutung für die zukünftige Entwicklung des Ortszentrums.
Telfs – ein dynamischer Wirtschafts- und Lebensstandort
Die Marktgemeinde Telfs ist mit rund 16.500 EinwohnerInnen drittgrößte Gemeinde Tirols und bildet ein zentrales Wirtschafts-, Bildungs- und infrastrukturelles Zentrum im Tiroler Oberland. Der Standort verbindet hohe regionale Kaufkraft mit urbaner Frequenz und ausgezeichneter Erreichbarkeit.
Strategische Lage
- direkt an der Inntalautobahn A12
- am internationalen Nord-Süd-Korridor Richtung Deutschland und Italien
- rund 30 Kilometer westlich von Innsbruck, mit direkter Bahn- und ÖPNV-Anbindung.
Das Einzugsgebiet umfasst – inklusive Umland und Innsbruck – deutlich über 300.000 potenzielle Nutzerinnen und Nutzer innerhalb kurzer Fahrzeit.
Erfolgreiche Entwicklung des Ortszentrums
Das Zentrum von Telfs gilt als Vorzeigebeispiel moderner Ortskernentwicklung. In den vergangenen zehn Jahren wurden durch die Marktgemeinde Telfs sowie private InvestorInnen mehr als 50 Millionen Euro in die qualitative Entwicklung des Ortskerns investiert.
Wesentliche Meilensteine waren unter anderem:
- Umsetzung der Begegnungs- und Fußgängerzone
- Hochwertige Sanierungs- und Neubauprojekte, die Ansiedlung neuer Gastronomie- und Handelsbetriebe
- Modernisierung öffentlicher Räume
- Zusätzliche innerörtliche Infrastrukturprojekte.
Die positive Entwicklung zeigt sich insbesondere in:
- hoher Aufenthaltsqualität,
- starker Besucherfrequenz,
- nahezu vollständiger Vermietung der Geschäftsflächen,
- wachsendem gastronomischem Angebot,
- hoher Identifikation der Bevölkerung mit dem Ortszentrum.
Weitere Projekte wie das neue Markthaus, die Neugestaltung des Sparkassenareals sowie zusätzliche Wohn- und Infrastrukturprojekte befinden sich bereits in Umsetzung oder Planung.
Zielsetzung der Ausschreibung
Die Marktgemeinde Telfs sucht innovative und wirtschaftlich tragfähige Konzepte zur Nachnutzung der ehemaligen Raiffeisen-Räumlichkeiten.
Gesucht werden Nutzungen, die:
- das Zentrum nachhaltig stärken,
- zusätzliche Besucherfrequenz erzeugen,
- Arbeitsplätze schaffen,
- die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum erhöhen,
- architektonisch und funktional zum Standort passen.
- Ausdrücklich erwünscht sind Konzepte mit hoher Qualität, langfristiger Perspektive und positiver Ausstrahlung für das gesamte Ortszentrum.
Mögliche Nutzungsansätze können beispielsweise umfassen:
- Gastronomie und Kulinarik,
- Freizeit- und Erlebnisangebote,
- Gesundheits- und Dienstleistungsangebote,
- Bildungs- und Innovationskonzepte,
- kombinierte Mixed-Use-Modelle,
- hochwertige Handels- oder Showroomkonzepte,
- kulturelle oder gesellschaftliche Nutzungen.
Die Marktgemeinde Telfs steht innovativen und umsetzbaren Ideen ausdrücklich offen gegenüber und versteht sich als aktiver Entwicklungspartner.
Kommunale Unterstützungsmöglichkeiten
Zur Unterstützung eines tragfähigen Gesamtkonzeptes kann sich die Marktgemeinde – sofern konzeptionell passend – unter anderem folgende ergänzende Nutzungen vorstellen:
- Integration des Bürgerservices der Marktgemeinde mit rund 150 m² Nutzfläche,
- Mitnutzung bzw. Bespielung des angrenzenden Eduard-Wallnöfer-Platzes,
- mögliche Ergänzung durch kulturelle oder musikalische Nutzungen im Außenraum.
Darüber hinaus verfügt die Marktgemeinde Telfs über eigene Instrumente der Wirtschaftsförderung zur Unterstützung von Betriebsansiedlungen im Zentrum.
Rahmenbedingungen und Anforderungen
Die Nutzung hat sich an den Rahmenbedingungen eines innerörtlichen Kerngebietes zu orientieren.
Insbesondere zu berücksichtigen sind:
- verträgliche Emissionssituationen gegenüber den bestehenden Wohneinheiten,
- geregelte Anlieferzeiten,
- hochwertige Einbindung in den öffentlichen Raum, mögliche Gastgartennutzung im Rahmen der geltenden Bestimmungen, funktionale und architektonische Qualität.
Objektbeschreibung
Flächenübersicht
Untergeschoss – Tiefgarage 204,32 m²
Untergeschoss – Kellerflächen 304,38 m²
Erdgeschoss 514,43 m²
Obergeschoss 654,79 m²
Gesamtnutzfläche 1.677,92 m²
Die bestehende Gebäudesubstanz stammt aus den 1980er-Jahren. Die Räumlichkeiten wurden bis dato durch die Raiffeisenbank genutzt und befinden sich grundsätzlich in funktionsfähigem Zustand.
Detaillierte Informationen sind den Planunterlagen zu entnehmen. Auch das Gutachten kann auf Anfrage eingesehen werden.
Vertragsmodelle
Folgende Modelle sind grundsätzlich denkbar:
- Vermietung der Räumlichkeiten
- Vollständiger oder teilweiser Verkauf
- Kombination aus Vermietung und Verkauf
Die konkrete Ausgestaltung erfolgt im Zuge des weiteren Dialog- und Verhandlungsverfahrens.
Verfahrensablauf
Die Marktgemeinde Telfs führt ein mehrstufiges Auswahlverfahren in Anlehnung an einen wettbewerblichen Dialog gemäß Bundesvergabegesetz durch. Das Verfahren unterliegt jedoch nicht dem Bundesvergabegesetz, sondern den Bestimmungen der Tiroler Gemeindeordnung.
Einreichung von Ideen und Konzepten
Interessierte sind eingeladen erste Konzepte und Projektideen für eine Laufzeit von mindestens 10 bis maximal 30 Jahren einzureichen.
Abgabefrist
14. August 2026
Einzureichende Unterlagen
- Konzeptbeschreibung (max. 1 DIN-A4-Seite)
- Nutzungsbeschreibung
- Anzahl Mitarbeitende
- Betriebszeiten
- erforderliche Um- bzw. Ausbaumaßnahmen
- Eckpunkte für die vertragliche Ausgestaltung (max. 1 DIN-A4-Seite)
- Wirtschaftlichkeitsberechnung
- Skizzen und Pläne von Vorteil
Dialog- und Verhandlungsverfahren
Mit ausgewählten TeilnehmerInnen werden vertiefende Gespräche geführt. Ziel ist die Entwicklung eines umsetzbaren Gesamtkonzeptes einschließlich:
- baulicher und rechtlicher Rahmenbedingungen,
- Vertragsgestaltung,
- möglicher Kooperationen mit der Marktgemeinde Telfs,
- Finalisierung der Nutzungskonzepte.
Besichtigung und Unterlagen
Eine Besichtigung der Räumlichkeiten ist nach Terminvereinbarung möglich.
Folgende Unterlagen stehen zur Verfügung:
Ansprechpartner
Marktgemeinde Telfs
Bürgermeister Christian Härting
Untermarktstraße 5
6410 Telfs
Tel.: +43 5262 69611102
E-Mail: buergermeister@telfs.gv.at
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