Das ausgeglichene Budget 2026 enthält auch die Kaufsumme für das Raika-Gebäude neben dem Rathaus. Dieser Ankauf vermehrt das „Familiensilber“ der Gemeinde.Einstimmig beschlossen haben die Telfer Gemeindemandatare am gestrigen Donnerstag ein tragfähiges 58-Millionen-Euro-Budget für 2026. Damit hat Telfs abermals geschafft, was vielen Gemeinden nicht gelingt. Bgm. Christian Härting (WFT) erklärte dies damit, dass Telfs wie ein starkes, stabiles Kraftwerk mit mehreren Energiequellen funktioniere, die gut zusammenspielen.
Telfs jammert nicht – Telfs macht
Der Gemeinderat sei dazu da, das Beste aus der Situation zu machen. Die Realität der Gemeinden österreichweit seien herausfordernd. Steigende Kosten durch Pflichtaufgaben wie Kinderbetreuung, Pflege, soziale Dienste und Infrastruktur lassen die finanziellen Spielräume schwinden. „Aber jammern bringt nichts. Wir machen. Wir gestalten. Mit Augenmaß und Hausverstand.“ Das Budget 2026 sei ein Bekenntnis zur Zukunft von Telfs: Die Gemeinde bleibe handlungsfähig, schaffe Raum für Zukunftsprojekte, vermehre das Familiensilber und erhalte die finanzielle Stabilität. Das Kraftwerk Telfs laufe weiter, weil alle gemeinsam Verantwortung tragen.
„Kraftwerk Telfs“ ist stark, stabil und zukunftsfähig
Die fraktionsübergreifende, konstruktive Zusammenarbeit im Gemeinderat sowie das Engagement der GemeindemitarbeiterInnen seien ebenso ausschlaggebend wie die Ausgabendisziplin, verantwortungsvolle Investitionen, Fixzins-Darlehen und die rund 1100 starken Betriebe. Denn die ansässigen Unternehmen tragen 2026 voraussichtlich über 7,2 Millionen Euro an Kommunalsteuer bei – ein stabiler Motor für die Finanzkraft von Telfs. Aus eigener Kraft konnte so ein ausgeglichenes Budget vorgelegt, bei dem Rücklagen unangetastet bleiben. Einnahmen und Ausgaben stehen im Einklang. Gesichert sind die Pflichtaufgaben von der Kinderbetreuung bis zur Pflege, von der Müllabfuhr bis zur Straßenbeleuchtung. Und darüber hinaus gelingt es auch weiterhin, gezielt in Projekte zu investieren, die Telfs voranbringen. Allerdings wachsen auch in der Marktgemeinde die Spannungen zwischen Einnahmen und Ausgaben. Die Sozialabgaben an das Land Tirol steigen 2026 um rund 710.000 Euro auf etwa 12,5 Millionen Euro.
Telfs ist größter Schulstandort Tirols – das kostet
Mit rund 11 Millionen Euro fließt auch 2026 ein erheblicher Teil des Budgets in den Bereich Bildung und Kinderbetreuung. Das umfasst sechs Pflichtschulen, schulische Tagesbetreuung sowie private und öffentliche Kindergärten und Kinderkrippen. Allein für Kindergärten und Kinderkrippen sind über sechs Millionen Euro vorgesehen. „Das zeigt, wir reden nicht nur von Familienfreundlichkeit. Wir finanzieren sie“, so das Gemeindeoberhaupt. Ein Großprojekt ist natürlich die umfassende Sanierung- und der Ausbau des Einberger Schulzentrum, mit geplanten Gesamtausgaben von über 30 Millionen Euro in den nächsten Jahren, wovon 1.072.300 Euro 2026 schlagend werden. Gemäß Förderrichtlinien erwartet sich die Gemeinde für dieses Projekt mit einer Unterstützung des Landes Tirol von bis zu 50 Prozent.
Härting verdeutlichte zudem: „2030 laufen 1,4 Millionen Euro an Darlehensverpflichtungen und 200.000 Euro an Leasingverpflichtungen (Sicherheitszentrum) aus. Wir haben in den vergangenen Jahren ordentlich und ohne Unterbrechungen Schulden getilgt. Das gibt uns nun wieder den notwendigen Freiraum für wichtige Investitionen – etwa den Neubau des Einberger Schulzentrums.“
Ankauf vermehrt Familiensilber
Ende 2022 sprach sich der Gemeinderat dafür aus, die derzeitigen Bankräumlichkeiten der Raiffeisenbank Tirol Mitte West im EGOT-Komplex für 3,8 Mio. Euro anzukaufen. Der Verkauf wird erst nach Fertigstellung des neuen Gebäudes Mitte 2026 schlagend. Durch den Kauf dieser Immobilie im Ortszentrum vermehrt sich laut Härting das Familiensilber: „Ohne den Ankauf der Raiba-Immobilie würde Telfs 2026 überhaupt keine neuen Schulden machen. Das zeigt, wie solide unser Kraftwerk arbeitet.“
Infrastruktur und Dienstleistungen
Auch Infrastruktur und Sicherheit bleiben zentrale Themen: Für Neu- und Instandhaltungsmaßnahmen von Straßen sind rund zwei Millionen Euro vorgesehen. Das Kanalprojekt Bairbach der GWT, Hochwasserschutzprojekte wie Giessen und Mösern–Pettnau werden vorangetrieben. LED-Beleuchtung sowie Brücken-, Radwege- und Begegnungszonen-Initiativen verbessern die Lebensqualität. Damit die Gemeinde auch künftig ihre Aufgaben und Dienstleistungen in vollem Umfang für die BürgerInnen erfüllen kann bzw. zur Sicherstellung der Finanzierung wurde eine Indexanpassung von rund drei Prozent beschlossen. Dadurch sollen die gestiegenen Kosten abgedeckt und die finanzielle Handlungsfähigkeit der Gemeinde sichergestellt werden.
Der Bereich Dienstleistungen bleibt mit rund 15,6 Millionen Euro ein großer und wichtiger Posten. Er umfasst zentrale Leistungen für die Lebensqualität der BürgerInnen – von Straßenreinigung über Park- und Gartenanlagen bis hin zu Sport- und Veranstaltungszentren, Parkraumbewirtschaftung und vielen weiteren Angeboten, die den Alltag der Telferinnen und Telfer direkt verbessern.
Alle Fraktionen ziehen an einem Strang
Bevor der Bürgermeister das Wort an die Fraktionen gab wurde unter anderem der Abteilung Finanzen mit Doris Schiller an der Spitze für die umsichtige und konsequente Arbeit gedankt. Der vorgelegte Voranschlag stieß in der anschließenden Diskussion auf viel Lob. Die Fraktionen zeigten sich stolz auf das ausgeglichene Budget und hoben insbesondere die konstruktive Zusammenarbeit hervor. GR Michael Ebenbichler (FPÖ) betonte, dass ein Budget in Zeiten wie diesen kein Wunschkonzert sei: „Unser Budget ist vorsichtig, realistisch und wirklich gut. Telfs hat solide Einnahmen, eine sparsame Verwaltung und durch den Zusammenhalt aller Fraktionen lassen sich immer gemeinsame Lösungen finden.“ Ähnlich äußerte sich GV Christoph Walch (GRÜNE): Das Budget trage der Zukunft und der Finanzstärke der Gemeinde Rechnung: „Dieses Budget zeigt, wie gut wir die bewegten Zeiten der letzten Jahre überstanden haben. Das ist unter anderem unserem Weitblick und der konstruktiven Zusammenarbeit zum Wohl der BürgerInnen zu verdanken.“
Dass das Budget der Verdienst der jetzigen und der vorangegangenen Gemeindemandatare sei, betonte Vizebürgermeister Johannes Augustin (NEOS) und hob hervor: „Unser Budget ist nicht nur ausgeglichen, sondern auch unser Saldo 1 ist mit 4,5 Mio. Euro sehr positiv. Das ist wesentlich und gibt Ruhe.“ Zur Vorsicht mahnte GV Norbert Tanzer (DEIN T) und verwies auf Folgekosten, insbesondere Instandhaltungs- sowie Personalaufwendungen bei der Errichtung des Kindergartens in der Südtiroler Siedlung. Dass die Gemeinde gut dasteht, unterstrich auch GR Alexandra Lobenwein (SPÖ), die jedoch darauf hinwies, dass Gebührenanpassungen soziale Belastungen mit sich bringen und die Menschen vor Herausforderungen stellen: „Ich weiß, es ist schwer in Zeiten wie diesen, Sparsamkeit mit sozialen Aspekten in Einklang zu bringen.“ Um die Gebühren, insbesondere die Parkabgabenverordnung, ging es auch GR Alfred Mühl (MFG). Er bemängelte die Einführung einer Parkzone in der Saglstraße und sieht darin eine Benachteiligung für PendlerInnen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren.