Einstimmig segnete der Telfer Gemeinderat in seiner März-Sitzung den Rechnungsabschluss 2025 ab und entlastete damit einhellig Bgm. Christian Härting (WFT) als Rechnungsleger. In allen drei Haushaltssparten steht Ende 2025 ein dickes Plus im Saldo. Telfs baut die Gesamtschulden weiter ab und startet mit 4,2 Millionen Euro an liquiden Mitteln ins neue Finanzjahr.
In der Vorstellung des Rechnungsabschlusses 2025 verweist das Gemeindeoberhaupt auf generell schwierige wirtschaftliche Bedingungen für kommunale Haushalte: „Viele Gemeinden stehen weiterhin unter massivem Druck. Sie kämpfen mit Abgängen und aufgeschobenen Investitionen oder müssen Rücklagen abbauen.“ Nicht so Telfs, wie Härting betont: „Wir haben nicht über unsere Verhältnisse gelebt, sondern maßvoll gewirtschaftet, Prioritäten gesetzt und Investitionen dort getätigt, wo sie langfristig Sinn machen – für unsere Infrastruktur, für Bildung, für Sicherheit und für die Lebensqualität in unserer Gemeinde. Wir schauen auf’s Geld und können uns deshalb was leisten!“
Infrastruktur ausgebaut
Man könne dank einer soliden Ertragslage, einer verantwortungsvollen Ausgabenpolitik und einer vorausschauenden Finanzplanung auch weiterhin in wichtige Infrastrukturprojekte investieren: „Wir konnten laufende Ausgaben aus eigenen Mitteln decken und Investitionen tätigen, ohne neue Schulden zu machen und ohne Rücklagen anzugreifen.“ Die größten Investitionen waren die Erweiterung der Begegnungszone bis zum Inntalcenter, das Feuerwehrwehrfahrzeug TFLA 3000/100 für die Telfer Wehr, umfangreiche Sanierungsarbeiten im Sportzentrum mit neuem Kuppeldach und Vorplanungsleistungen für das neue Einberger-Schulzentrum.
Bgm. Christian Härting präsentierte das Zahlenwerk. Links neben ihm: Doris Schiller, Leiterin der Abteilung Finanzen
Erfreulich positive Zahlen
Das positive Nettoergebnis von knapp 1,4 Millionen Euro im Ergebnishaushalt zeigt, dass man laufende Aufwendungen nicht nur decken, sondern sogar einen klaren Überschuss erwirtschaften konnte. „Nicht selbstverständlich in Zeiten steigender Fixkosten“, so Bgm. Härting. Im Finanzierungshaushalt weist die Marktgemeinde Telfs am Ende des Jahres 2025 liquide Mittel in Höhe von knapp 4,2 Millionen auf. Härting: „Unsere Zahlungsmittelreserven mussten wir dafür nicht antasten. Wir finanzieren unsere laufenden Verpflichtungen und unsere Investitionen rein aus eigener operativer Kraft.“
Schulden gesenkt
Der Trend beim Verschuldungsgrad geht weiter nach unten und zwar um mehr als 8% gegenüber 2024 von 48% auf 39,59%. Trotz Aufnahme von Darlehen für Investitionen in Höhe von 1,3 Mio. Euro konnten 2,5 Mio. Euro an Schulden getilgt werden. Auch bei den Gesamtschuldenständen inklusive ausgelagerter Betriebe und Verbänden ging es abwärts: minus 2,6 Millionen im Vergleich zu 2024.
Starke Wirtschaft
Im Jahr 2025 konnten erfreulicher Weise 7,1 Millionen Euro an Kommunalsteuer lukriert werden – ein Plus von fast 129.000,00 Euro gegenüber 2024 – und das von 547 kommunalsteuerpflichtigen Betrieben. Diese Zahl zeige eindrucksvoll die wirtschaftliche Breite und Stärke des Standortes: „Mein besonderer Dank gilt unseren Betrieben in Telfs. Sie sind ein wesentlicher Pfeiler unserer Gemeindefinanzen.“
Erfolgreiche „Töchter“
Auch aus den gemeindeeigenen Betrieben gibt es Positives zu berichten: Alle Tochterunternehmen haben äußerst erfolgreich gewirtschaftet. Die Bilanzen 2024 zeigen eine Steigerung des Eigenkapitals um 1,5 Mio. Euro.
Belastende Sozialabgaben, stagnierende Ertragsanteile
Den Gemeindehaushalt weiterhin schwer belasten die Sozialabgaben an das Land Tirol. Diese betragen im Jahr 2025 11,5 Millionen Euro. Seit 2020 verzeichnet man in Telfs eine Steigerung von 3,5 Millionen Euro in diesem Bereich – bei stagnierenden Abgabenertragsanteilen des Bundes.
Dank an Gremium und Verwaltung
Rechnungsleger Bgm. Härting fasst zusammen und dankt: „Telfs hat sehr gut gewirtschaftet. Wir haben Überschüsse erzielt, Schulden reduziert, Rücklagen geschont, investiert und gleichzeitig unsere finanzielle Stabilität weiter gestärkt. Dieses Ergebnis ist das Resultat einer disziplinierten Haushaltsführung, einer konstruktiven Zusammenarbeit im Gemeinderat und der engagierten Arbeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung. Ich danke dem Überprüfungsausschuss mit Obmann GR Michael Ebenbichler für die Prüftätigkeiten, KL Doris Schiller mit Team und allen, die zu diesem Ergebnis beigetragen haben.“
Lob der Fraktionen
Die MandatarInnen hatten in ihren Wortmeldungen nur lobende Worte für das vorgelegte Zahlenwerk und entlasteten Bgm. Christian Härting einstimmig.
„Unsere Liquidität ist sehr, sehr gut. Wir können laufende Ausgaben sicher tätigen, unvorhergesehene Situationen abfedern und haben Flexibilität für zukünftige Projekte“, freute sich GR Stefan Stillebacher (NEOS).
Für GR Simon Lung (WFT) zeigt der Rechnungsabschluss 2025 „schwarz auf weiß, dass in Telfs solide, transparent und mit dem nötigen Weitblick gewirtschaftet wurde. Würden wir ab sofort keine großen zusätzlichen Investitionen tätigen, wären wir in sieben Jahren schuldenfrei!“
Dass Telfs allen Krisen zum Trotz seit vielen Jahren nachhaltig wirtschafte, machte GV Christoph Walch (GRÜNE) deutlich: „Wir gehören zu jenen Gemeinden, die Krisen als Chancen sehen, um Transformationsprozesse einzuleiten und nachhaltig zukunftsfit zu werden. Mit solchen Zahlen können wir kommende Herausforderungen stemmen.“
GV Norbert Tanzer (DEIN T) lobte den „sehr positiven Abschluss. Die positive Entwicklung bei den Nettoneuverschuldung freut mich besonders.“
GR und Überprüfungsausschussobmann Michael Ebenbichler (FPÖ): „Die Arbeit im Überprüfungsausschuss und im Gemeinderat funktioniert bestens, es gibt ein gutes Miteinander und dafür bedanke ich mich.“
Überprüfungsausschussobmann GR Michael Ebenbichler bei seinem Bericht.