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Kanalsanierung ohne Bagger und Schaufel

22.06.2020 11:13

Das gesamte Abwassernetz von Telfs von Schäden zu befreien und die sichere Ableitung der Abwässer zu gewährleisten - das ist eine Aufgabe, der sich die GemeindeWerke Telfs gemeinsam mit der Spezialfirma Quabus seit zehn Jahre stellen. Wo der Kanal beschädigt ist, bekommt er – wie der Mensch bei Gefäßverengungen – ohne äußeren Eingriff und Grabungsarbeiten eine Art "Stent-Prothese".

„Die laufende Instandhaltung der Kanalisation bedeutet für uns eine große Herausforderung“, betont GemeindeWerke-Bereichsleiter Emanuel Renner: „Daher wird in regelmäßigen Abständen jeder Kanal genau untersucht und etwaige Probleme werden beseitigt. Das können Setzungen und Lecks sein, durch die Fäkalien austreten.“ Zentral ist dabei, möglichst wenig aufzugraben – die moderne Technologie machts möglich.
 
Heuer wird die Kanalsanierung mit dem Bereich Sagl abgeschlossen. Dann ist das letzte Fünftel des 80 Kilometer langen Telfer Netzes überprüft und auf Stand gebracht. Danach geht es wieder von vorne los. Das Zauberwort heißt „grabenlose Sanierung“. Begonnen wurde der laufende Turnus im Jahr 2010 – strukturiert in fünf Instandhaltungsgebiete: die Südtiroler Siedlung und St. Veit (1), St. Georgen (2), die westliche Kernzone (3), die östliche Kernzone (4) und Sagl, Birkenberg, Hag, Moos und Platten (5).
 
„Nach einer vorhergehenden Schadensbewertung mittels TV-Kamera wurden immer die höchsten Schadensklassen mittels grabenlosen Technologien saniert. Über die Jahre hinweg wiederholten wir diesen Vorgang mit TV-Befahrung und Sanierung so lange, bis wir nun heuer im Instandhaltungsgebiet 5 die letzten Arbeiten durchführen“, berichtet Joachim Wallner, der zuständige Bereichsleiter der Spezialfirma Quabus. Sie arbeitet im Auftrag und in Kooperation mit den GemeindeWerken mit sogenannten „Inlinern“, die verlegefertig in das Kanalrohr „implantiert“ werden. Es sind spezielle Roboter und Fahrzeuge im Einsatz, die u.a. Fräsarbeiten im Kanal erledigen.
 
„Die professionelle Wasserver- und Abwasserentsorgung ist eine der wichtigsten kommunalen Aufgaben und damit eine zentrale Herausforderung für unser Tochterunternehmen GemeindeWerke. Genauso wie die klaglose Müllbeseitigung und der Betrieb des regionalen Abfallwirtschaftszentrums“, unterstreicht Bgm. Christian Härting. Ziel der Gemeindeführung ist es, dass diese Leistungen klaglos und quasi unbemerkt funktionieren.
 
Dafür wird viel gearbeitet, ohne dass es die BürgerInnen wahrnehmen. „Was sich unter der Erde abspielt, findet ja kaum öffentliche Beachtung. Erst, wenn es einmal Probleme gibt, wird die Bevölkerung ansatzweise der Komplexität und des Wartungsaufwandes derartiger Systeme gewahr“, weiß GemeindeWerke-Geschäftsführer Dirk Jäger: „Das ist aber absolut in Ordnung, denn wir sehen uns sozusagen als Heinzelmännchen der Infrastrukturleistungen. Pro Jahr investieren wir in Summe rund 350.000 Euro allein in die Instandhaltung des Abwassersystems. Für das Trinkwassersystem ist es noch einmal so viel.“ Dazu kommen beträchtliche Investitionen für Neuerschließungen bei Siedlungserweiterungen.


Im Bild: Bereichsleiter Emanuel Renner (v. l.) und GemeindeWerke-Geschäftsführer Dirk Jäger schauen den Mitarbeitern der Spezialfirma Quabus über die Schulter. (Foto: GemeindeWerke/Schatz)

Foto unten: Der "Inliner" wird in den Kanal eingebracht. (Foto: GemeindeWerke/Renner)