Die Volksschauspiele in Telfs

Tiroler Volksschauspiele

 Die 37. Spielzeit der Tiroler Volksschauspiele
vom 21. Juli bis 31. August 2018

Die Tiroler Volksschauspiele sind zwar grundsätzlich der Ansicht, dass akuter Frauenmangel, egal ob am Theater, in einer Gastwirtschaft, der Verwaltung oder im Privatleben meistens ein schlechtes Zeichen ist. Aber unser Spielplan 2018 ist eine deutliche Au snahme dieser Regel; dieses Jahr haben wir uns den Männerbünden verschrieben, den Arbeitsgemeinschaften, Freundschaften, Konkurrenzen, Männerpfründen.

In „Ladies‘ Night – Ganz oder gar nicht“, der zu Recht berühmten Komödie von Stephen Sinclair und Anthony McCarten in der Bearbeitung von Gunnar Dreßler und einer speziellen Anpassung für die Tiroler Volksschauspiele, ziehen sich sechs vom Schicksal auf denselben Haufen geworfene Männer wie Münchhausen am eigenen Schopf aus der Misere, nämlich der Arbeitslosigkeit. Wie viele Komödien spielt sie mit den Ängsten von Menschen: Wer will in unserer gnadenlos gewinnorientierten Welt schon aussortiert werden? Astrid Großgasteiger, die heuer zum ersten Mal Regie bei den Tiroler Volksschauspielen führt, inszeniert das aus Verzweiflung geborene Wagnis der Männer, an einem Strang zu ziehen und die Männerstripteasegruppe „Die wilden Stiere“ zu gründen, mit deren Gewinn sie wieder Oberwasser bekommen wollen, im Zirkuszelt am Thöniareal. Das alte Gesetz, dass Not erfinderisch macht, erleben wir hier in seiner ganzen, prekären und irrwitzigen Pracht.

„Die Wilde Frau“ ist ein abgründiges Stück über die Dynamik, die eine stumme Frau in eine Gruppe Holzfäller bringt – sie taucht einfach mitten in der Nacht in ihrer Waldhütte auf, bekommt Quartier und entfacht in kurzer Zeit einen Machtkampf, kehrt das Innere der Männer nach Außen und es dauert nicht lange, da will niemand mehr sein Gesicht wahren. Die Arbeitsgemeinschaft im Wald hat bald keinen Boden mehr unter den Füßen, der Reiz der Frau und ihr stummer Sog ziehen alles mit sich in den Abgrund. Klaus Rohrmoser inszeniert dieses gefährliche, flirrend erotische Stück von Felix Mitterer im Großen Rathaussaal, in dem indirekt vorgeführt wird, was mit einer Gesellschaft passiert, wenn der Einzelne rein die eigenen Interessen durchsetzt.

Das Rahmenprogramm 2018 besticht durch ein breites Angebot:
3 Autorenlesungen von Martin Kolosz („Vielleicht bin ich wirklich so“ – Biographie von Hans Brenner), Barbara Aschenwald („Lichter im Berg“) und Uli Brée („Schwindelfrei“), ein musikalischer Abend von Judith Keller („No , je ne regrette rien“), das Kabarettprogramm „So lacht Man(n), eine Vernissage von Helmuth P. Ortner („Jenes Land“), das Gastspiel „Heilig Abend“ sowie ein Fest für Felix Mitterer runden die Spiele 2018 ab und sorgen gleichzeitig für Abwechslung.


Tiroler Volksschauspiele Telfs
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